Heute habe ich mich endgültig vom Gedanken verabschiedet, dass ich hier in Varadero Internetconnection mit meinem Laptop bekomme (Gott sein Dank hat es in Havanna geklappt, wobei ich da wohl großes Glück mit dem Nachbarhotel hatte).
Dieser schöne Badeort ist rein touristisch, was jedem Besucher spätestens nach Ankunft im Hotel klar wird. Außerdem ist allgemein bekannt, dass die staatliche Medienmonopolstellung mit allen Mitteln verteidigt wird. Dem Durchschnittskubaner ist es nicht erlaubt, Internet für private Zwecke zu nutzen, abgesehen davon wäre es für fast alle viel zu teuer. Als Tourist hat man so einige Privilegien: CNN im Hotelzimmer ist zum Beispiel ganz normal und in einigen Hotels stehen Computer mit Internetverbindungen zur Verfügung. Diese sind aber eher veraltet, die Verbindungsgeschwindigkeit erinnert mich an meine Anfänge in der EDV und trotz staatlicher Bemühungen eines eigenen freien Betriebssystems auf Linuxbasis, ist hier Microsoft allgegenwärtig. WLAN und Laptop gehören noch nicht zum allgemeinen Sprachgebrauch der Kubaner und das wohl nicht, weil sie nicht wollen, sondern nur weil sie nicht dürfen!
Die Menschen hier wollen Information und technologischen Fortschritt, Reglementierung und Unterbindung wird sich auf Dauer nicht aufrecht erhalten lassen und der "geduldete" Schwarzmarkt erreicht schön langsam diesen Bereich, weil das Internet-Zeitalter auch hier auf Dauer nicht aufgehalten werden kann.
Ich sehe das jetzt einmal ganz kubanisch gelassen, trinke einen extra Cuba Libre und akzeptiere ganz einfach das, was man ohnehin nicht ändern kann ...